Fotobuch oder Speisekarte?
Als begeisterter Koch in der heimischen Küche, der immer auf der Suche nach neuen Rezepten ist, bin ich auch immer in ausgefallenen Restaurants unterwegs. Neulich eröffnete in der Nachbarstadt ein Lokal mit dem interessanten Namen Fotofood. Ein Lokal, in dem Essen und Fotografie miteinander verbunden sein sollten: Das klang sehr interessant. Also machte ich mich auf, um dort einmal nachzusehen, was es so gab, und wie es so aussah.
Gleich im Eingangsbereich sah ich, dass hier eine Art Galerie für Künstler und solche, die es werden wollen, eingerichtet war. Fotokünstler aus der Umgebung stellten hier ihre Werke aus. Auch auf den Tischen war ein besonderes Ambiente zu finden. Noch mehr aber faszinierte es mich, dass hier die Speisekarten aussahen, wie eine Art Fotobuch. Auf jeder Seite waren zwei Gerichte abgebildet, mit einer Nummer versehen. Aus einem beiliegendem Zettel konnte man die Preise entnehmen. Auch von den Weinen und Getränken gab es Bilder in jedem Fotobuch, die offensichtlich alle selbst bearbeitet und vor allem aufgenommen waren. Schon beim Durchblättern vom Speisekarten Fotobuch lief uns das Wasser im Munde zusammen. Als wir uns dann nach hartem Kampf entschieden hatten, und das Essen zum Tisch gebracht wurde, staunten wir noch mehr: Das Essen sah aus, wie gerade aus dem Fotobuch herausgeschlüpft. Es war kein Unterschied zu bemerken.
Der festen Überzeugung, dass wir dieses Lokal zum Kreise unserer Stammlokale hinzufügen werden, diskutierten wir auf dem Nachhauseweg noch, um wie viel appetitlicher es doch war, die Speisen nach dem Auge von Fotos aussuchen zu können, als aus einem reinen Buchstabensalat.
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